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Es ist nicht "einfach vorbei"

Carve, 20 Jahre

Ich tu's/tat es (bin clean und hoffe es zu bleiben), und alle waren immer erschreckt, wenn sie neue Schnitte sahen, und sind es nun noch wegen der davon zurückgebliebenen Narben. Die sind teilweise doll, ja. Und ich war auch schon weiter - trug schon offener meine Arme - da hatt ich aber noch net so dolle Narben. Und wenn die, die es wissen, sie sehen... Sie versuchen es zu ignorieren, aber ich sehe ihren Schmerz, ihre Wut, die sie jedesmal empfinden, weil sie jedes Mal aufs neue dadurch einen Schlag in die Magengrube bekommen... Und keiner redet mit mir darüber - keiner traut sich, denke ich. Und manche trauen sich - wollen aber nimmer, weil sie sich den Mund fusselig geredet haben, als ich noch nicht so weit war. Dass ich jetzt weiter bin - das können sie jetzt gar nimmer wahrnehmen. Und nun haben sie die Hoffnung und den Mut verloren, dass ihr Reden etwas bewirken könnte, denn sie sahen ja auch damals keine Wirkung. Dass es schon allein gut war, dass sich um mich gekümmert wurde - das konnten sie net sehen, denn ich konnte es nicht zeigen...
Sie sehen, dass ich nix Neues mehr habe - aber jede alte Narbe macht ihnen Angst vor neuen, die da kommen könnten.
 
Und ich???????
Ich kämpfe allzu oft mit mir. "NEIN! Tu es nicht!!!" und "Lass es doch!!! Bitte, bitte - lass es!!"
Und die um mich rum sehen nur, dass ich es nimmer tu - und denken, es ist vorbei. Endlich. Oder ist es nur eine ihrer cleanen Phasen?
Und in mir brodelt es, und ich bräuchte wen, der mich fragt, der mit mir redet, der mich in den Arm nimmt, der weiß und mich spüren lässt, dass es eine GROSSE LEISTUNG ist - denn es ist keineswegs "einfach vorbei". Und auch keine "cleane Phase".
Ich will wirklich aufhören, und das ist verdammt harte Arbeit. Ich will es lassen - und es registriert keiner. Bei allen andern Süchten ist es klar, dass es auch HINTERHER noch schwer ist. Nur hier... Hier versteht es keiner... Sieht es keiner... Glaubt es keiner... Es ist nicht "einfach vorbei".
Die Gedanken bleiben. Die Sehnsucht. Alles das. Es bleibt. Und das wird es noch lange.
Man bräuchte Unterstützung - aber wer soll die einem geben???
 
Du hast recht. Sie wissen es, und sie verstehen nicht, dass nicht aufzuhören (können) nicht unbedingt heißt, nicht aufhören zu WOLLEN!
Was soll man tun? Leider ist man da doch sehr allein. Und DAS lässt mich allzu oft in dieses Loch fallen. Auch, wenn es mir sonst gut geht, lässt mich das dann abstürzen. Und dann ist es noch schwerer...
 
Das Loch - und nebenan das Leben. Dieses, das man bei anderen sieht...
Man neidet es. Und man vermisst es, denn man kann auch Dinge vermissen, die man nie kennengelernt hat - und wünscht es sich so sehr...
 
Sie verstehen nicht, und fühlen sich genauso hilflos uns zu fragen, wie wir sie anzusprechen...
Teufelskreis.................................................
 
23.10.2002
 
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