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Anregungen und Kritik

Positivethinking, 25 Jahre

Liebe Angehörige und Freunde,
 
zuerst möchte ich sagen, dass wir alle froh sind, euch zu haben! Wir wissen es zu schätzen, dass ihr immer für uns da seid und ein offenes Ohr habt. Aber bitte hört auf, uns ein Gespräch über unsere Krankheit aufdrängen zu wollen! Ich fühle mich dann immer sehr in die Ecke gedrängt und angegriffen. Ich weiss auch, dass man es nur gut meint und sein Interesse bekunden möchte, aber ich kann immer noch nicht damit umgehen. Ich fange an, mich zu wehren, um mich zu beissen und verlasse laut den Raum - nur um dann wieder in depressive Stimmungen zu verfallen. Wenn ich reden möchte, weiss ich doch, dass ich zu euch kommen kann und das liebe ich an euch! Aber bitte habt Geduld!
 
Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass ein gewisser Galgenhumor mir den Umgang mit dieser Krankheit erleichtert. Wenn ich z.B. gefragt werde, was ich mir zum Geburtstag wünsche, ist meine liebste Antwort: "Nun ja, vielleicht nicht unbedingt einen Messerblock!" Auch für meine Familie und Freunde ist dies ein gern angenommener Weg. Aber bitte Vorsicht! Nicht für jeden ist dies der richtige Umgang! Manche werden sich sicher nicht ernst genommen fühlen. Für mich jedoch ist es das Gefühl, nicht als Kranke behandelt zu werden.
 
Was mich sonst noch sehr nervt ist die "overprotective" Art meiner Mutter. Sie ruft mindestens 3x täglich an, um zu schauen, ob ich ok bin. Auch im Urlaub. Wenn ich nicht rangehe, steht sie 10 Minuten später in meiner Wohnung. Ich kann sie ja gut verstehen und ich kann ihr nicht verbieten, sich Sorgen zu machen, aber dadurch fühle ich mich klein und krank.
 
Auch möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass meine Krankheit nichts mit SM zu tun haben! Meine Eltern kamen anfangs nicht von diesem Gedanken los und dachten, ich schneide mich, um sexuell erregt zu werden. Dies ist ganz sicher NICHT der Fall!
 
Zum Schluss möchte ich euch bitten, der/dem Betroffenen Zeit zu geben, seine Art und Weise des Umganges mit dieser Krankheit zu finden und euch dann dieser Tonality anzuschliessen. Ich habe irgendwann die Krankheit als einen Teil von mir akzeptiert und erwarte das auch von meinem Umfeld.
 
Ich wünsche allen Betroffenen, Angehörigen und Freunden die nötige Kraft und Durchhaltevermögen! Und vielen Dank, dass ihr immer für uns da seid! Gebt nicht auf!
 
Liebe Grüsse,
positivethinking
 
14.06.2002
 
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