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Ihr seid so blind   -   Gedichtesammlung

deep.down w23
 

    Ihr seid so blind

    Ihr seid so blind
    seht nicht, was vor Euren Augen passiert,
    seht nicht, was offensichtlich ist,
    hört nicht, was man Euch sagen will
    hört nicht, wie jemand nach Hilfe ruft,
    merkt erst, wenn es zu spät ist,
    wie blind Ihr wart.
     

    Blind

    Manchmal fragst du dich,
    ob die Menschen blind sind.
    Am nächsten Tag bist du froh,
    das sie nicht sehen.
    Du fragst dich, ob auch du
    mit geschlossenen Augen durchs Leben gehst.
    Doch deine Augen sind offen,
    kalt und stumpf, reglos.
    Denn die Menschen haben
    einmal zu viel nicht gesehen.
     

    Hör auf

    Hör auf
    …Dinge zu sagen, die Du nicht meinst.
    Hör auf
    …Dinge zu tun, die Du nicht tun willst.
    Hör auf
    …die Stimme in Deinem Kopf zu ignorieren.
    Hör auf
    …Dich gegen Deinen Willen zu wehren.
    Hör auf
    …Dich vor Dir selbst zu verstecken.
    Hör auf
    …mich jeden Tag aufs Neue zu töten,
    denn ich bin Du!
     

    Zeig mir Deine Sterne

    Du stehst vor mir.
    "Zeig mir Deine Sterne"
    Du siehst mich an
    "Zeig mir wovon Du träumst"
    Du blinzelst
    und ich zeige mit meinem Finger Richtung Himmel
    Du strahlst
    so sehr siehst Du tausend Sterne funkeln
     
    Doch Du siehst nicht
    das keiner der Sterne echt ist denn als Du geblinzelt hast,
    hab ich sie alle nur gemalt
     
    Siehst Du nur
    was Du sehen willst?
    Oder lasse ich Dich nur das sehen
    was Du sehen sollst?
     

    ... dunkel ...

    Dunkle Schatten an der Wand
    Starren stumm und ganz gebannt
    Plötzlich greifen schwarze Hände
    Überall sind plötzlich Wände
    Weichst zurück doch hast vergessen
    Schwarze Schatten wie besessen
    Über all um dich herum
    Drehst und windest dich mit Schwung
    Doch das einz’ge was passiert
    Ist, dass das letzte Licht krepiert
    Stehst allein in finst’rer Nacht
    Und irgendwer hat’s Licht ausgemach
     

    No way out?!

    No way out?!
     
    Darkness in her life
    Shadows all around
    Fear deep inside
    Pain in her heart
    Sadness in her eyes
    Destruction, only desire
    Death in her thoughts
    Trouble, selfmade
    Tears running endless
    Cold - inside
    Fight against everything
    Nothing to fight for
     
    No way out?!
     

    Der Abgrund

    Du stehst am Abgrund
    Siehst die Hand, die Dich davon abhielt, zu springen
    Begreifst nicht, was geschah
    Blickst wirr um Dich
    Im freien Fall in der Dunkelheit
    Denn die Hand, der Du vertraut hast
    Hat dich gestoßen
     

    Lasst mich gehen

    Stumme Schreie in dunkler Nacht,
    blutig bin ich aufgewacht,
    sehe die Schnitte aus meiner Hand,
    starre entsetzt und doch gebannt.
    Noch immer liegt die Klinge da,
    scheint jetzt so fern, war viel zu nah.
    Es ist kein Ende abzusehen,
    wieso lasst Ihr mich nicht gehen?!
    Lasst mich diese Welt verlassen,
    dann müssen wir mich nicht mehr hassen.
     


     
    09.08.2004
     

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