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...und als ich das erste Mal starb

AsTi, 17 w

Ich fange von ganz vorne an, sonst würde es sicher niemand verstehen, warum ich das hier Alles aufschreibe.
Ich war schon immer irgendwie "anders". Habe mich im Gegensatz zu meinen Altersgenossen immer schon erwachsener verhalten. Damit kamen oft die Leute nicht klar. Sie nannten mich arrogant und egoistisch. Hatte schon sehr früh eine eigene Meinung zu Allem - und ließ auch nie davon ab. War also nicht der tyische "Mitläufer". Freunde hatte ich als ich jünger war nicht wirklich viele. Und mit Mädchen kam ich sowieso nicht klar. Schon im Kindergarten war ich entweder nur mit Jungs am spielen, spielte im Dreck und machte mich gerne schmutzig mit ihnen, oder war ganz und gar alleine und schaute in den Himmel. Ich habe die Freiheit denke ich schon immer geliebt und wollte frei sein können. Frei wie ein Vogel - fliegen können.
Als ich 6 war riss ich mir das erste mal die Haare raus. Nicht im Bündel, sondern einzeln - und dann schaute ich sie an und schmiss sie weg. Das ging eine ganze Weile so, bis ich damit irgendwann wieder aufhörte.
In der Schule fühlte ich mich nie richtig wohl - war auch immer der perfekte Außenseiter. Ich war nicht so hübsch, schlank und sportlich wie die anderen Kinder. Sie fingen schon damals alle an mich zu mobben. Kinder können halt grausam sein. Noch dazu konnte ich ja auch kaum Freunde finden, da ich sehr viel umgezogen bin. Gerade in den ersten 4 Jahren der Schule, in der man ja die ersten Freundschaften aufbauen sollte.
Damit nicht genug, musste mich auch noch mein Vater fertig machen. Ich habe so schon keinen besonderen Bezug zu ihm, weil er damals nie da war. Immer auf Geschäftsreise - für ihn ist Geld das Wichtigste auf der Welt.
Mit der zeit wurde ich immer mehr zum Außenseiter. Mit ca. 13 habe ich meine Leidenschaft für die harte Musik gefunden. Ich liebte - und liebe auch noch heute - den Metal. Mit der Musik fühlte ich mich wohl, geborgen. Ich weiß nicht warum, aber ich konnte damit meine Wut rauslassen aber genauso das Schöne im Leben finden. Auch in dem Alter lernte ich meinen damaligen Freund kennen. Und ab da, fing Alles erst so richtig an.
Ich war irgendwann im Februar bei ihm in der Pfalz. War ja sowieso schon eine Fernbeziehung und dann kam ich da hin und sehe ihn vor mir. Ich war irgendwie geschockt.
Ich wurde damals vergewaltigt. Ab dem Tag konnte ich nichts mehr - ich blieb einfach stumm. Ich konnte weder schreien, lachen, weinen... nichts. Als ich dann wieder zu Hause ankam, kam ich irgendwie zur Rasierklinge. Ich weiß heute nicht mehr, wieso ich es gemacht habe und wie ich darauf gekommen bin mich zu schneiden. Jedenfalls habe ich es gemacht. Ab dem Moment wurde es zu einer Sucht. Ich konnte und wollte auch nicht mehr aufhören meine Arme zu verstümmeln.
Dazu kam dann auch noch, dass ich im März meine Eltern dann getrennt haben. Meine Mutter zog aus, ich war bei meinem Vater alleine. Für mich ging eine Welt unter. Ich rannte heulend durch die Straßen, wusste nicht was ich tun sollte. Ich hatte ja nicht wirklich Freunde. Ich setzte mich mit ner Flasche Rotwein, die ich meinem Vater geklaut habe, und Rasierklingen nachts in den Garten. Trank, schnitt, lebte wieder. Ich schnitt damals zwar noch ziemlich oberflächlich, aber dieses Mal, lief das Blut und ich sah daran, dass ich noch lebte. Ich fand mein Blut schön.
Irgendwann, so ca. nach 6 Monaten zog ich zu meiner Mutter.
Zu der zeit trug ich immer lange Klamotten. ich wusste ja, dass es nichts Gutes war, was ich da tat.
Jetzt bin ich 17 und bin endlich clean.
Bis vor ca. 6 Monaten habe ich noch fast täglich geschnitten und meine Mutter hat durch mein gutes Versteckspiel nichts mitbekommen.
Doch mir wurde dann langsam aber sicher Alles zu viel. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und kontrollieren. Ich hatte ja jetzt auch wieder einen Freund, mit dem ich überglücklich war. Er wollte mir immer helfen aber ich ließ ihn nicht an mich ran jedenfalls nicht in dieser Sache. Doch irgendwann bin ich zu meiner Schulpsychologin und erzählte ihr alles, wie fertig ich war und so. Sie lud dann auch meine Mutter an und ich sagte, dass ich in Therapie will. In eine Klinik.
Es war der größte Schritt in meinem Leben. Gerade auch, weil es so kurz vor meinen Abschlussprüfungen in der Schule war.Doch ich wollte gesund werden. 3 Tage nach dem Gespräch wurde ich eingewiesen. In der Klink war ich geschlagene 5 Monate und es war gut so. Ich bin jetzt seit 6 Monaten clean und wieder froh im Leben.
Mit meinem Freund bin ich immernoch zusammen. Jetzt seit knapp 1 Jahr und 8 Monaten. Und nach meiner Therapie haben wir uns verlobt.
 
Als ich das erste Mal starb war ich 13 - und als ich wiedergeboren wurde war ich 17 und in der Psychiatrie... Hallo neues Leben, und good bye my best fried SvV!
 
 
06.10.06
 
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