Kontakt- und Informationsforum für SVV-Angehörige

Forum         Chat         Kontakt         SVV-Seiten         Neues

 
*    Startseite
 
über SVV
*    Informationen
*    Interview
*    Fragen zu SVV
 
professionelle
Hilfe
*    Wege zur Thera
*    Adressen
*    Therapieformen
*    online-Hilfe
 
praktische
Selbsthilfe
*    Ratschläge für
     Angehörige

*    Alternativen zu SVV
*    Tipps
*    Selbsthilfe
 
Austausch über
*    Forum
*    Chat
*    Gästebuch
*    e-Mail
*    andere Foren
 
Erfahrungs-
berichte
*    Betroffene
*    Angehörige
*    kreative Beiträge
 
Literatur
und Medien
*    Bücher
*    Medienberichte
*    Internet
*    SVV-Websites
*    private Homepages
 
weitere
Aspekte
*    Gedanken
*    über diese HP
*    SVV-Projekte
*    Prominente
 
Organisatorisches
*    Downloads
*    Technisches
*    Chronologisches
*    Aktualisierung
*    Danke

Verzweiflungstaten......

Jule, 19 w

Seit 19 Jahren bin ich krank....seit Beginn meiner Therapie (vor 2 Jahren) kenne ich die genaue Bezeichnung meiner Krankheit:
 
Rezidivierende, schwere Depression, mit Selbstverletztendem und Suizidialem Verhalten
 
Mit 14 verletzte ich mich das erste Mal selbst....unbewusst wahrscheinlich schon früher. Ich schnitt mich tief in den linken Oberarm....Mit 16 versuchte ich das erste Mal mir das Leben zu nehmen....Der Versuch schlug fehl....Niemand bekam etwas davon mit, sonst hätte man mich vermutlich eingewiesen....das war meine größte Angst......ich verstehe bis heute nicht wie ich diesen Selbstmordversuch überleben konnte.....es muss ein Wunder gewesen sein......noch nie zuvor habe ich soviel Blut gesehen..........
 
Während meinen Suizidveruchen habe ich Dinge gesehen und erlebt und gefühl, die die wenigsten Menschen jemals erleben.....ich kann das alles nicht in Worte fassen.......es ist immernoch so unwirklich und doch so real.....
 
Die Selbstverletzungen nahmen weiter zu.......wurden immer exzessiver und sind es bis heute.....Nach einem Weiteren Selbstmordversuch, der leider nicht unbemerkt blieb, begann ich eine Therapie....aus Resignation.....da meine Eltern mich andernfalls in eine Psychiatrie eingewiesen hätten......ich gerit an einen Psychologen, der ohne Medikamente arbeitet und von Klinikaufenthalten bei mir absolut absieht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Es gibt Dinge, die man mir wegnehmen würde, wenn man mich einweisen würde....Zum beispiel meine Stundenlangen Waltspaziergänge.......meine geheimen Lieblingsplätze....und verschiedenes Mehr......all das sind Dinge, die ich brauche, die für mich überlebenswichtig geworden sind.....und das hat mein Psychologe zum Glück eingesehen.....dass er ohne Medikamente arbeitet ist gefährlicher und viel, viel schwerer für mich.......manchmal sehen ich mich einfach nach medikamentöser Erleichterung/Betäubung.......dennoch möchte ich mich nicht chemisch manipulieren lassen und das sieht er ähnlich.....
 
Das Selbstverletzten ist bei mir zu einer Verzweiflungstat geworden.....ich tue es so oft.....aber ich sehe nur tiefe Wunden....sehe nur Blut....aber fühle so gut wie keinen Schmerz mehr.....es ist zu einem sinnlosen Akt geworden, der mir so gut wie keine Erleichterung mehr verschafft, und von dem ich trotzdem nicht wegkomme.....
 
Ich habe verlernt zu weinen.....wenn überhaupt tu ich es im Schlaf....dabei würde ich so gerne wieder einmal weinen.....es kann so erlösend sein.....Ich bin emotional total abgestumpft.....und jeder Schmerz ist besser als "nichts fühlen".....nichts ist schmerzvoller als "nichts fühlen".....
 
Dafür kann ich umsobesser lachen......lachen um andere Menschen glauben zu machen es ginge mir gut......Sogar die Menschen, die über mich bescheit wissen, und wissen, dass ich eine "lachende-Maske" trage.....sogar diese Menschen wollen meine Qualen nicht sehen......Ich möchte kein Mittleid...großer gott, nein soetwas widert mich an.......Ich möchte nur wiedereinmal lachen können ohne mich dabei selbst zu belügen.........wie lange ist es her, dass ich das letzte Mal "echt" gelacht habe....? Ich kann mich nicht erinnern.....
 
Alles was mir bleibt ist Leere........vielleicht ein bisschen etwas, was sich wie Verzweiflung anfühlt......Schmerz? Angst? Ich weiß es nicht......
 
Meine letzte Hoffnung setze ich in meine Therapie.....das ist alles....
 
Mehr kann ich Euch derzeit nicht erzählen......
 
Jule
 
 
02.10.06
 
>>>  weiter blättern  >>>
Übersicht Erfahrungsberichte
 

© Rote Linien
Impressum     Nutzungsbedingungen      Disclaimer