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Leben mit Narben

Reddeye, 16 w

Heute weiß ich nicht mehr genau, wann SVV bei mir angefangen hat, es wird irgendwann zwischen 14 und 15 gewesen sein. Als Grundlage sage ich erstmal ein wenig zu mir selbst. Ich war in der Grundschule eine sehr gute Schülerin und hatte auch gute Freunde. Auf dem Gymnasium blieb ich so gut und auch dort hatte ich immer Freunde. Bis sich die Zahl meiner Freunde dann in der 8. Klasse reduzierte, weil alle anfingen "cool" zu werden und ich da nicht mitmachte. Trotz alle dem hatte ich immer eine wahre, beste Freundin, die immer zu mir hielt und hält und dafür bin ich unglaublich dankbar. Ich weiß nicht, wie es mir ginge, wenn ich sie nicht hätte. Trotz alledem bin ich eher schüchtern. Wenn ich meine, dass es sich lohnt, bin ich sehr ehrgeizig.
Das Verhältnis zu meinen Eltern ist in den Grundzügen in Ordnung, aber mit meiner Mutter habe ich manchmal große Probleme, da sie dazu neigt mich anzuschreien, bis ich weine und dann auch noch die Dreistigkeit besitzt, mir das weinen zu verbeiten, kurz bin ich ihr also völlig untergeordnet. In diesen Situationen, in denen ich meine, Recht zu haben, sie mich aber grundlos anschreit, werde ich sehr wütend auf sie, weiß aber keine Art, diese Wut loszuwerden..das Weinen habe ich mit der Zeit fast verlernt. Es fing schon früh an, dass ich mich dann selbst schlug oder gegen die Wand schlug und dann zusammenbrach. Es war die einzige Möglichkeit, meine Wut abzulassen. Irgendwann kam mir die Idee, dafür ein Messer zu benutzen. Gedacht, getan. Es tat unheimlich gut, das Blut zu sehen. Ich fühlte mich gut, so baute ich eine geheime Überlegenheit zu meinen Mitmenschen auf, ich dachte mir "ich hab was, was ihr nicht habt". Zu der Zeit, habe ich meine Narben nicht versteckt.
Dann kam der Tag, der alles veränderte, da war ich 15. Ich kam gutgelaunt nach Hause, als meine Mutter wieder anfing mich anzuschreien. Sie wollte mir einfach nicht zuhören, mich rechtfertigen lassen. Als sie weg war schnappte ich mir das Brotmesser und ritze mich. Doch diesmal war es heftiger als sonst, meine Haut klappte auseinander, alles war voller Blut. Schlagartig wurde mir bewusst, was ich getan hatte, schämte mich so, wollte alles rückgängig machen, wusste keine Lösung. Leztendlich fuhr ich zum Arzt, der es dann sofort nähte. Ich kam mir so gedemütigt vor, dachte, alle würden mich hassen, wenn sie die Narbe sehen würden, weil sie es nicht nachvollziehen könnten, mich für bescheuert erklären würden. Ich wollte nur von allen gemocht werden. Also versteckte ich meine große Narbe mit lanegn Ärmeln, Armbändern oder Schweißbändern. Wenn ich draufangesprochen wurde, sprach ich von einer Verbrennung. Ob mir das geglaubt wird, weiß ich nciht. Meine Eltern auf jeden Fall wissen, was ich wirklich getan habe. Meine Mutter hat es nicht verstanden und hat mich nicht angeschrien, aber genauso einen unterdrückenden Ton, wie sonst draufgehabt. Sonst habe ich es niemandem erzählt. Es war mir peinlich. Ich fürchtete mich vorm Sommer, ich wollte nicht, dass es irgendjemand weiß. Aber immerhin hat mich dieser letzte Schnitt aufgeweckt u nd seitdem habe ich es nie wieder getan. Eine einzige auffällige Wunde ist besser als zig kleine. Sie ist nicht so eindeutig. Jetzt kann ich wieder weinen. Mittlerweile ist das wieder ein Jahr her, die innerlichen Wunden heilen, auch wenn meine Narben, vor allem die große, immer zu sehen sein werden. Aber das habe ich mir selbst zuzuschreiben. Heute verberge ich sie nicht mehr.
Es tat gut, dass alles aufzuschreiben.
 
29.04.2006
 
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