|
* Startseite
über SVV
* Informationen
* Interview
* Fragen zu SVV
professionelle
Hilfe
* Wege zur Thera
* Adressen
* Therapieformen
* online-Hilfe
praktische
Selbsthilfe
* Ratschläge für
Angehörige
* Alternativen zu SVV
* Tipps
* Selbsthilfe
Austausch über
* Forum
* Chat
* Gästebuch
* e-Mail
* andere Foren
Erfahrungs-
berichte
* Betroffene
* Angehörige
* kreative Beiträge
Literatur
und Medien
* Bücher
* Medienberichte
* Internet
* SVV-Websites
* private Homepages
weitere
Aspekte
* Gedanken
* über diese HP
* SVV-Projekte
* Prominente
Organisatorisches
* Downloads
* Technisches
* Chronologisches
* Aktualisierung
* Danke
|
Schmerzen die die Schmerzen ausbrennen
Nightmare, 16 Jahre
Bei mir gibt es nicht unbedingt einen genauen Zeitpunkt, wann das bei mir so alles angefangen hat.
Mir sollte es eigentlich gut gehen. Ich habe gute Noten, eine liebe Familie und sogar Leute, die zu mir aufsehen,
aber irgendwie will das alles nichts helfen.
Im Kindergarten hatte ich immer viele andere Kinder um mich herum, war aber irgendwie immer einsam. Damals fiel mir
das nicht so besonders auf, doch heute kann ich mich an Szenen erinnern, die mir ganz eindeutig zeigen, dass ich alleine war.
Als ich dann in die Grundschule kam wurde dann plötzlich alles anders.
Auf dem Schule- sowie Nachhauseweg wurde ich über hinweg täglich von zwei Jungen verprügelt. Ich war/bin eher klein und
schlank und habe mich auch nicht groß gewehrt.
Irgendwann habe ich mir dann gesagt, dass das aufhören muss und angefangen, eine Mauer um mich herum aufzubauen, mir
ausgedacht, wie ich sein möchte und habe dann diese Rolle gespielt. Meinen Eltern habe ich nie von solchen Sachen erzählt.
Ich blieb zwar allen gegenüber freundlich, habe aber nichts mehr zu nah an mich rankommen lassen. Richtige Freunde
hatte ich auch zu dieser Zeit nicht.
Nach den vier Jahren wechselte ich dann zum Gymnasium und habe dort dann meine erste richtige Freundin kennengelernt.
In der Grundschule war ich Klassenbeste und habe nie auch nur etwas für meine Noten zusteuern müssen, aber das wurde
dann anders. Plötzlich waren da so viele andere Schüler,die besser waren als ich und ich fing an zu lernen wie eine Bekloppte.
Dennoch habe ich meine gesteckten Ziele nie erreicht. Ich begann mich schlecht zu fühlen, unwichtig, überflüssig und unfähig.
Immer wenn ich etwas nicht auf anhieb verstand habe ich mich wieder in meiner Dummheit bestätigt gefühlt.
Ich war 12 als ich mich das erste mal selbst verletzte. es war eigentlich eher ein versehen gewesen, aber es wurde mein Anfang.
Ich benutze ungern Scheren, weshalb ich immer ein Kattamesser in meinem etui habe. Ich bin einfach abgrerutscht und habe mir
tief ins Fleisch geschnitten. Erst tat es weh, aber als es dann begann zu bluten, war jeglicher Schmerz wie weggeblasen.
Als es mir wenige tage später wieder so schlecht ging, habe ich dann einfach das Messer genommen und mir die Klinge über den
Arm gezogen. Es hat geholfen und weil ich sowieso meist langärmlige Sachen trage anstelle von kurzen, konnte ich meine immer
häufiger werdenden Schnitte gut verstecken.
In der Schule bildete sich währenddessen aus unserem Duo ein Trio. Ich versuchte wegen ihnen von meiner Maske wieder loszukommen.
Das klappte aber nicht so wirklich wie ich mir das vorgestellt hatte, denn diese "Maske" war inzwischen zu meinem ICH geworden,
ohne das ich es bemerkt hatte. Ich konnte mich ihnen einfach nicht richtig öffnen, selbst wenn ich es wollte. Aber es war nicht
mehr ganz so schlimm, wie noch die Jahre zuvor.
Als ich dann ungefähr 13 war, habe ich es geschafft ohne Hilfe von außen vom SVV los zukommen. Das habe ich auch gute drei
Jahre durchgehalten. Heute mache ich es wieder.
Richtig ausschlaggebend dafür war ein Problem mit meiner besten Freundin.
Ich war mit meiner anderen Herzensgenossin in Australien gewesen, wo ich es auch geschafft habe, alle meine Probleme über
die Zeit hinweg zu vergessen.
Als ich jedoch wiederkam war alles 100mal schlimmer. Unser Trio war nur noch ein Duo.
Das war der Monsun, der das Fass dann ganz auffüllte. wenn sie wüsste,d ass sie der letzte Auslöser für die Rückkehr zum SVV ist,
würde sie das selbst nur weiter in den Abgrund reißen. Die bereits vorhandene Menge bestand aus dem weiterhin existierendem
Gefühl der Unfähigkeit und dadurch,dass man mir sagte, ich hätte Talent zum zeichnen, für die Musik etc. wurde es nur schlimmer.
Anstatt es als ein Lob anzunehmen, wurde es nur wieder zum Druck, dem ich mich selbst ausliefere.
Auch meine Freunde hatten damit indirekt etwas zu tun. Ich weiß, dass ich sie über alls liebe, nur kommt ihre Freundschaft bei
mir nicht an. Sie ist wie abgeblockt von irgendetwas und ich kann nichts dagegen tun. Das ist ein Grund warum ich mich einsam
fühle, obwohl doch alle da sind.
Ich weiß, dass das alles nicht stimmt. Meine eigenen Gefühle mich täuschen und mein denken mich nur selbst schädigt und trotzdem
kann ich nichts dagegen tun.
Es ist einfach da und inzwischen glaube ich selbst nicht mehr ganz, dass es diesmal "nur" ein Jahr dauert, um vom SVV wieder
loszulommen. Ich kann eine Zukunft, in der ich ohne SVV lebe nicht mehr wirklich sehen...
30.09.05
>>> weiter blättern >>>
Übersicht Erfahrungsberichte
|