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Just me...

Kersi, 19 Jahre, weiblich

Angefangen hat eigentlich alles als ich 10 Jahre alt war. Ich spielte immer mit einem Nachbarsjungen, der genauso alt war wie ich bei ihm im Garten. Und eines Tages als ich in seinem Zimmer auf ihn wartete (er wollte nur was zu Trinken holen) kam sein große Bruder zu mir ins Zimmer (damals 20). Er fing dann an mich anzufassen überall, und dann vergewaltigte er mich. Ich war total verstört konnte gar nicht fassen was passiert war. Bin nach Hause habe erst mal geduscht. Versuchte einfach alles zu verdrängen, was mir auch für eine gewissen Zeit gelang. Aber der Alptraum war noch nicht zu Ende. Er vergewaltigte mich insgesamt noch 2 mal, und als ich mich versuchte zu wehren hab ich noch feste Schläge eingesteckt. Hab dann eigentlich alles ziemlich verdrängt. Aber so mit 14 fing es dann an, dass ich immer wieder träumte was damals passiert war. Ich fülte mich so leer, so als mein Körper schon längst tot wäre, nur noch eine Hülle, und in meinen Kopf war ein Durcheinander von schrecklichen Erinnerungen, die ich nicht haben wollte. Wollte einfach alles vergessen und mich wieder spüren, spüren dass ich noch lebe. so fing ich das Ritzen an, es half und hilft mir abundzu immer noch mich wieder lebedig zu fühlen. Ich habe dann halt nur noch lange Sachen getragen, damit es meine Eltern und auch sonst niemdand mitbekam. Mit 16 hab ich dann angefangen immer weniger zu Essen, wollte einfach noch mehr Kontrolle über meinen Körper und irgendwie hab ich gedacht, ich mich verändere und unter Kontrolle habe, gehen die Erinnerungen weg. Und es funktionierte ich nahm immer weiter ab, ritze ohne Ende und fühlte mich immer besser dabei. Die Rasierklinge war mein bester Freund, auf ihn konnte ich mich jederzeit verlassen sie war immer für mich da. Mein Umfeld bekam von alldem nichts mit, war ein guter Schauspieler, immer nett, ein Lächeln auf dem Gesicht, gut drauf, und ziemlich gut in der Schule - also keine Probleme. Sie vielen alle wie aus heiterem Himmel als sie von meiner Krankheit erfuhren, und viele wollten dann nichts mehr mit mir zu tun haben. Das hat auch ziemlich weh getan aber jetzt denke ich mir, dass waren nie wirkliche Freunde.
 
Und ehrlich gesagt hätte ich auch so weiter gemacht, wenn nicht meine Cousine gewesen wäre, die mich auf den enormen Gewichtverlust angesprochen hat (wog jetzt nur noch **kg bei 1,60 Körpergröße). Hab sie am Anfang nur blöd angemacht, und gesagt dass es mir gut gehe und ich nicht krank sei. Hatte Angst meine Kontrolle über mich und meine Gefühle zu verlieren.
Nahm dann auf **kg ab, und da musste ich dann in eine Klinik weil ich mich jetzt in Lebensgefahr befand. Meine Eltern sind ziemlich ausgerastet als sie mein Arzt angerufen hat und ihnen gesagt hat, dass sie mich jetzt einweisen. Ja und so kam ich März 2004 in die Psychosomatische Klinik nach Esslingen am Neckar. Hatte da so was von keinem Bock drauf. Am Anfang lehnte ich jede HIlfe ab,
nahm nicht zu und ritze immer tiefer und häufiger. Kam in der Klinik so gefangen vor, konnte mich von meinen Erinnerungen nicht mehr ablenken.
Mit der Zeit konnte ich mit meiner Therapeutin immer besser reden, und es hat mir echt wahnsinning geholfen mir alles mal von der Seele zu reden. War zwar nicht leicht es in Worte zu fassen und ich habe auch jedesmal nach Therapie geritzt, wurde dann auch öfters genäht, weil es zu tief war. Aber mit der Zeit ging es mir besser. Ich sah, dass ich keine Schuld an trage was passiert ist, dass er das Schwein ist und nicht ich - no circumstances could excuse....what you've done to me...
 
Ich war über 6 Monate in der KLinik und habe dort sehr viel mitgenommen. wege anderst mit meinen Problemen und Erinnerungen umzugehen, es klappt zwar noch nicht immer, aber das wird schon werden. Es gibt schon noch Tage da esse ich einfach zu wenig oder da schaffe ich es nicht der Rasierklinge zu widerstehen. Aber ich lasse mich nicht mehr hängen, sondern sage mir dann, hey du kannst ohne also steh jetzt auf und kämpfe weiter. Ist zwar manchmal ganz schön schwierig aber es funktioniert, man muss nur dran bleiben. Ich schaffe das auch nicht immer aber dann habe ich gute Freunde neben mir, die mir von Zeit zu Zeit imme wieder mal einen Arschtritt geben. Und ich bin ihnen wirklich dankbar dafür.!!!!!!!! Ich kann heute sagen, dass die Klinik für mich lebenserhaltend war. Und ich will jetzt auch wieder leben auch wenn es oft noch relativ schwierig ist alles in den Griff zu bekommen but I 'll do my very best. Und ich möchte hier noch meiner Therapeutin danken, die mir soviel geholfen hat und ohne die ich heute nicht da wäre wo ich jetzt bin. THANKS 4 ALL!!!!!
 
Just one thing is missing... Ich wollte noch allen sagen, die ähnliches wie ich erlebt haben, gebt euch nicht auf, macht euch nicht kaputt wegen irgendeinem Idioten (der Ausdruck ist viel zu harmlos will aber aus Formgründen keinen anderen schreiben) der sich nicht unter Kontrolle hatte, dass ist niemand wert.
 
18.04.05
 
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