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Meine Selbstzerstörung durch mich

Name, 27 Jahre

Selbstzerstörung der einzig gangbare Weg fuer mich um das Leben das ich fuehre noch zu ertragen. Heute bin ich 27 Jahre und ein nichts.Die Zeit läuft rueckwärts,alle die Erfolg haben im Leben werden immer juenger,nur ich werde älter. Ich habe mein Leben komplett verpasst.
 
Hab mich immer anderen gefuegt,wollte es allen recht machen und doch stand ich mein ganzes Leben lang immer nur allem im Weg damals wie heute. Schon meine Mutter wollte mich nicht haben,wollte lieber einen Jungen den sie dann 4 Jahre später bekam und um den sich dann alles drehte. Wie kann ich heute auch erwarten das ich geliebt werde wenn ich mich selber hasse. Auf mich war nie jemand stolz, es wurde nie anteil genommen an dem was ich tat. Und wenn dann noch etwas schlecht lief war schon programmiert was passieren wuerde. Ich war ein Versager,die Rolle hat man mir wohl auf den Leib geschnitten. Was ist das schon gut auszusehen wenn die Seele tot ist?
Die Selbstzerstörung ist das einzige was ich selber gewählt habe in meinem Leben.Mit heissem Wachs fing es an, dann mit Fett oder heissem Wasser. Ich duschte immer sehr heiss und wenn jemand die Tuere aufmachte sah er gar nichts ausser viel Nebel. Ich brauchte das,selbst wenn ich nachher aussah wie ein gekochter Hummer. Das Geschirr spuelte ich immer so heiss das freiwillig niemand ins Abwaschwasser hineinfasste.Selbstbestrafung-bewusst oder unbewusst. Ein Revoltieren gegen andere,eine Revolution die das Schreien ersetzte. Alles nahm ich hin,es war als hätte ich ein Schild um den Hals das den Text Freiwild trug. Ein ferngesteuerter Roboter ohne freien Willen. Alles geflissentlich uebersehend,Magen und Nierenschmerzen,chronisch wenig schlaf,brennende Fussohlen,Nahrungsentzug Gastritis. Sozialer Rueckzug aufgrund des sexuellen Missbrauchs. Ja ich war ein fantastischer Schauspieler und trotzdem allen im Weg.
Wäre es nur einen Funken anders gewesen als ich es heute vermute, dann wären die eindeutigen Zeichen erkannt worden. Mein Leben war eine einzige Extreme, entweder ganz oben oder ganz unten. Ich verbruehte mich mit Wasser,duschte mehrmals am Tag, schrieb Tagebuch und malte,zeichnete, hörte Musik. Verkroch mich. Ging in Discotheken so oft es ging,holte mir den Kick in der Musik, verausgabte mich in den Nächten. Manchmal ging ich dann noch zu den Wettkämpfen beim Kegeln. Es wäre so einfach gewesen mich in Drogen zu fluechten,zu saufen bis ich umgefallen wäre. Aber nein, ich tat mir lieber selber weh und dann war meine Welt in Ordnung.
Geliebt wurde ich dafuer erst recht nicht,und das jemand jemals auf mich stolz gewesen wäre...weit entfernt. Ich tat alles was die anderen erwarteten,arbeitete mal hier mal da,suchte in dem Konsumrausch den Trost fuer mich das mich niemand haben wollte. Dauernd gab es Krach...
 
Ich war dem schon lange nicht mehr gewachsen,aber mich fragte nie jemand,ich hatte zu funktionieren. Mich konnte man immer beruhigt allein lassen. Keine nennenswerten Zwischenfälle. Welch eine schöne verlogene Fassade. Es brodelte nicht nur, es kochte. Den Frust bekam meistens ich ab,aber nicht nur mit anschreien, bei uns kamen die härteren Sachen zum Einsatz. Meistens waren es Ohrfeigen. Bei der letzten Ohrfeige ist meine Lippe geplatzt. Als nächstes kam die Telefonsucht, ich suchte fieberhaft nach Kontakt um ausbrechen zu können,obwohl ich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr zuhause wohnte. Ich war ein Wanderer zwischen den Welten. Ich hatte eine Beziehung und wurde doch wieder alleine gelassen. Keine einzige meiner nachfolgenden Beziehungen haben gehalten. Wenn ich nicht gerade verletzt wurde habe ich verletzt mit Worten. Es war ein Austesten wo ich stehe. Meistens stand ich nur am Abgrund... Eine Beziehung folgte der nächsten, sie waren ein Strohhalm, ein anklammern, ein Hoffnungsschimmer endlich die Liebe zu erfahren die man mir schuldig war, seit meiner ersten Lebensstunde Aber es hat sich nie was geändert. Ich wurde weiter gedemuetigt. Geschlagen, angeschrien. Bei mir holte sich jeder was er fuer sich haben wollte, an mir durfte sich jeder bedienen. Dazu war ich immer gut genug,danach war ich wie so oft im Weg und musste entsorgt werden. Meine Mutter sagte mir als ich 23 war,ich habe die Schläge verdient. Die nächsten Schläge bekam ich in der Disco,an meinem 24. Geburtstag. Da habe ich schon geritzt.
 
Da war es ein Vorteil das ich eine Wegwerfware war,denn niemand kontrollierte mich und so fielen auch meine Wunden nicht auf. Ich merkte nur wie beruhigend das ritzen fuer mich war. Aber das allein war mir nicht genug,mit einer neuen scharfen klinge schnitt ich mir tief in den linken Arm.Die Haut klaffte auf und erschreckt und gleichzeitig faszieniert sah ich das viele Blut. Gut dachte ich,nahm noch ein paar Pillen dazu und wartete darauf das ich vielleicht ausbluten wuerde. Es war eine grosse Schweinerei,das ganze Bett war voller Blut,der Teppich vollgesaugt und der ganze Arm voller angeklebtem Blut. Mein damaliger Freund lag daneben... Er verlor kein Wort darueber. Bei seinen Eltern war ich lieber der Gast den man von hinten sah. „Nicht erwuenscht“passt nicht ins Gesamtkonzept.
 
Fuer meinen nächsten Freund war ich Schmuck, Fassade ,Geldgeber, Geliebte. Und wurde zwischenzeitlich immer mal wieder „entsorgt“. Getraut hab ich zu dieser Zeit schon lange keinem mehr.
Was folgte war in den Augen aller ein Selbstmordversuch.Ich allerdings wuerde sagen bis auf den Nervenzusammenbruch war alles nur eine bagatelle. Aber ich wurde mit der Polizei in die Psychiatrie getopft. Nur,was hatte ich denn getan ausser mich selbst bestraft? Ich hab getestet ob ich noch lebe,die Schnitte waren nicht mal halb so tief wie ich es normal mache. Nach 2 Tagen war ich wieder raus nicht ohne vorher zu einer Psychologin bestellt worden zu sein. Ich hätte der alles erzählt um endlich rauszukommen. Im Grunde kannte ich mich selber viel zu wenig um zu wissen was ich wollte. Und dann kam Schweden. Ich bin mit so viel Hoffnung nach Schweden gefahren,der Weg dahin war so schwer und lang. Und was bekam ich zu spueren als ich ankam? Ablehnung, Hass, intrigen. Ich war wieder mal irgendwo eingebrochen und war ein Eindringling, einer der alles nur zerstörte und im Weg war. Einer mit dem nun andere machten was sie wollten.Vor dem alles geheimgehalten wird. Ich habe das Spiel schon lange durchschaut. Ich bin nur noch nicht stark genug um damit leben zu können,aber noch stark genug um mich nicht selber töten zu können. Meine Seele habe ich schon getötet,meine Tränen auch,denn ich bin nicht mehr in der Lage zu weinen. Nicht mal schreien kann ich. Wen soll ich nun anklagen? Meine Eltern weil sie mich in ein Leben geworfen haben wo ich nie erwuenscht war? Meine Umgebung weil sie mich behandelt wie Dreck? Yvonne weil sie mich hasst und meinem Leben jede Grundlage nimmt? Dich weil du es zulässt und dabei zusiehst wie ich leide? Weil hier eine ganz hinterhältige Komödie gespielt wird. Mich weil ich nur mit Schmerzen leben kann?
 
Ich kann mein Leben beenden, wenn ich will sofort, aber kannst du mich noch mal zu dir zurueckholen???
 
Und das war erst der Anfang.
 
03.10.2004
 
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