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"ritzer-geschichte"

akasha, 17 jahre

alles begann bei mir vor etwa 4jahren, als es hieß meine katze sei schwerkrank und müsse eingeschläfert werden. ich hatte schon oft davon gehört, zum beispiel von mädchen aus meinem umfeld, dass man sich mit einer nadel oder einem messer einen namen, der einem wichtig ist, in die haut schneidet...mir schien es angemessen, das nun auch zu tun...
 
ab diesem zeitpunkt hatte ich im wahrsten sinne des wortes "blut geleckt".so fing ich an, mir bei jedem problem mit einer nadel in die füße zu ritzen. dann kam eine zeit, in der ich es nicht mehr für nötig befand, mich zu ritzen, doch ich hatte es auch noch nie als ernstzunehmendes problem betrachtet. deshalb sprach ich nie davon, aufgehört zu haben, denn meiner meinung nach hatte ich ja nie angefangen.
 
doch diese zeit hielt nicht lange an. es ging mir schlecht, ich fühlte mich unverstanden, also holte ich mir eine nadel und schnit mir die füße blutig, sodass ich noch tage danach schmerzen beim laufen hatte. ab jetzt tat ich es mindestens zweimal pro woche. irgendwann waren mir nadeln nicht mehr "gut genug", also suchte ich nach etwas schärferem, nach etwas, das tiefer schneiden konnte als eine nadel. das teppichmesser meines vaters kam wie gerufen. die schnitte zierten jetzt nich mehr nur meine füße, nein, sie zogen sich bis zu den knien hoch.
 
doch der absolut schlimmste punkt, an dem ich das ritzen zum ersten mal als echtes problem erkannte, war, als ich anfing mir in die arme zu ritzen. vorher hatte ich mir immer geschworen, dass es nie soweit kommen würde....doch es kam soweit. anfangs nur an der oberseite der arme, dann auch an der unterseite, aber immernoch weit genug von den pulsadern entfernt. mit mal zu mal wurden die schnitte tiefer und bis heute habe ich viele dicke narben, die längste ist 20cm lang...bis heute frage ich mich, wie ich das damals machen konnte, genauso wie mich zu der zeit meine beste freundin ratlos anstarrte und nur meinte :"das tut doch weh..."
 
doch genau das wollte ich...je tiefer die schnitte wurden, desto weniger spürte ich...also wollte ich noch tiefer, und ich spürte noch weniger...
 
durch die unterstützung und hilfe meiner beiden besten freunde habe ich es geschafft aus diesem teufelskreis auszubrechen. sie haben mir gezeigt, dass ich meine probleme auch anders bewältigen kann, haben meine leistung, also, dass ich eine bestimmte zeit nicht mehr geritzt habe, anerkannt und mir gezeigt, dass sie stolz auf mich waren...das hielt jetzt ein dreiviertel jahr an...
 
doch dann brach wieder einmal alles über mir zusammen.
ich habe wieder geritzt.
 
doch jetzt bin ich erneut auf dem weg, alles hinter mir zu lassen...ich weiß, dass ich es schaffen kann, auch wenn ich manchmal einen regelrechten zwang, eine innere, viel stärkere macht, verspüre, die mich wieder zur selbstverletzung drängt. doch mit der hilfe meiner lieben kann ich mich beherrschen.
 
zum ersten mal seit langem bin ich wieder stolz auf mich. ich bin froh, dass die leute einsehen, wie schwer es ist, nach dem ritzen...es ist wie bei anderen süchten: aufhören ist schwer, doch die zeit danach clean zu bleiben, ist noch um einiges schwerer...
 
04.01.04
 
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