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... und die Tränen änderten ihre Farbe

vampirekiss, 14 Jahre

Es fing alles an, als ich 13 war. Ich kann mich noch erinnern, es war Sommer. Warum ich es getan habe, warum ich zum ersten mal gecuttet habe? Meine beste Freundin tat es. Sie zeigte es mir, sie hat geweint. Es hat mich erschüttert. Dazu kam noch die Trennung von meinem Ex- Freund. Die Erinnerung an den Krieg, den ich durchleben musste, die Trennung meiner Eltern, das Akzeptieren von meinem Stiefvater, seine Sucht nach dem Alkohol, das alles hat mich belastet.
 
Ich schnitt tief und fest. Ich schnitt mir einen Namen rein und die Narbe verfolgt mich bis heute noch. Es ist die Größte und die, mit der ich am meisten Erinnerungen verbinde. Vielleicht klingt es verrückt, aber jede Narbe ist ein Teil von mir. Ich versuche sie zu verstecken, durch Armstulpen, Nietenarmbänder aber es hilft nicht immer. Zum Glück verblassten die Narben mit der Zeit. Manche sieht man noch, manche kann man nurnoch fühlen, wenn man ganz langsam die Haut berührt.
 
Das Ritzen war damals für mich der Beweis, dass ich lebe. So habe ich all meine Fehler auf meine Weise wieder gutgemacht und nie gemerkt, dass ich nicht nur mir wehtu. Ich schloss die Augen und habe nur an mich gedacht, an diesen Schmerz. Man hasste ihn als man ihn so stechend fühlte und als er weg war, hat man sich ihn wieder gewünscht. So erging es zumindest mir.
 
Im August des Jahres 2002 lernte ich meinen jetzigen Freund lernen. Leider wohnt er in Nürnberg. Es war eine wundervolle Freundschaft, obwohl wir beide immer "heile Welt" spielten, wie wir es uns später erzählt haben. Wegen ihm wollte ich ein normaler Mensch sein, ich wollte es FÜR ihn. Im Februar kamen wir zusammen. Die weite Entfernung brachte mich immerwieder dazu, zu der Klinge zu greifen und die Haut zu öffnen. Der Anblick des Blutes erfreute mich, doch bald fand ich keinen Gefallen mehr daran. Als er es gemacht hat.
 
Ich weinte bittere Tränen, aber normale. Ich weinte bis spät in die Nacht und erst dann habe ich bemerkt, dass ich anderen Menschen die mir nahestanden mit dem Cutten wehtat. Zum ersten Mal wurden mir die Augen geöffnet und ich sah ein, dass es keine Lösung ist.
 
Manchmal denke ich noch daran.
Manchmal bin ich kurz davor.
Aber mit der Kraft und der Liebe, die mir mein Freund gibt kann ich alles schaffen, da bin ich mir sicher.
 
Ich möchte allen Betroffenen davon abraten. Reden hilft! Verschließt euch nicht, sondern öffnet euch euren engsten Freunden. Es hilft, auch wenn ihr anders denkt. Ich weiss es, ich habe es erlebt. Tut nicht eurem Körper weh. Ein Schnitt in das Fleisch ist ein weiterer in die Seele!
Ich wünsch euch allen nur das Beste.
 
05.09.2003
 

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