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Mein Lebenslauf

Zwieback1983, 19 Jahre

Ich denke, ich fang einfach von ganz vorne an.
Also, ich bin am 27.07.83 auf die Welt gekommen. Leider kann ich mich an meine ersten Lebensjahre nicht so wirklich erinnern. Aber ich denke, da war mein Leben OK. Ich weiß gar nicht, wann das so richtig scheiße wurde.
 
Ich denke, es fing damit an, dass 86 meine Schwester geboren wurde. Meine Eltern haben sich nur noch um sie gekümmert, und für alles, was zu Hause passierte, dafür bekam ich die Schuld. Richtig schlimm wurde es dann, als 89 auch noch mein Bruder geboren wurde. Die beiden haben nur schieße gemacht und ich bekam die Prügel dafür. Die Prügel blieben bis ich 16 1/2 war. Meistens kamen sie von meinem Vater, und meine Mom hat es immer mit bekommen und meinte nur: "Selber schuld". Es hat nie einer geholfen. Es haben so viele mitbekommen, aber geholfen hat keiner. Dabei hätte ich mir da diese Hilfe so sehr gewünscht.
 
Aber damit nicht genug. Mit 12 oder 13 hatte ich meinen ersten Freund. Eigentlich lief alles ganz gut bis zum Tag X. An diesem Tag waren wir im Kino und auf dem nach Hause-Weg, wollte er noch an der Schule anhalten. (Er wollte mir was zeigen). Ja und das bekam ich dann auch zu sehen. Er drücke mich gegen einen Baum und hielt mir ein Messer an den Hals. Ich bekam die totale Angst, aber was sollte ich machen. Er fing an mir rumzugrappeln und verlangte, dass ich ihn anfasse. (Es war ekelhaft es zu tun).
Dann kamen ein paar Passanten vorbei, und er ließ mich stehen.
Diesen Tag habe ich vergessen. Oder verdrängt.
Deshalb verstand ich auch nicht, warum ich mit 13 angefangen habe zu ritzen.
Vergessen und weiter gelebt.
In meiner Welt. Ohne dass auch nur einer meine Probleme zu hören bekommen hat. Irgendwann in der Zeit habe ich versucht mir die Luft abzuschnüren, als meine Mom ins Zimmer platzte. Kommentar von ihr: WAS SOLL DER SCHEIß.
Weg war sie.
 
98 war ich in den USA für zwei Wochen und hatte gerade zu diesem Zeitpunkt einen Freund, der auch mit war. Doch auch mit ihm lief einfach alles schief. Ich hatte ihm zwar erzählt, was ich in meiner ersten Beziehung erlebt hatte, doch das schien ihn nicht zu interessieren. Als ich eines Tages (heimlich) bei ihm geschlafen habe, wollte er mit mir schlafen. Ich habe mich schlafend gestellt. Nachdem er genug gefummelt hatte, hat er aufgegeben und ich nur noch Angst, wirklich zu schlafen.
 
Davor und danach gab es immer wieder Typen (mein Opa, Lehrer & Freunde), die mich befummelt haben. Jeder sagt, du hättest dich ja wehren können, anstatt stillzuhalten, aber ich konnte nicht, ich war wie gelähmt. Nach der zweiten Beziehung begann ich die dritte, ich wollte meine Angst überwinden, gegenan kämpfen. Es ging wieder schief.
 
Vor etwas über einem Jahr habe ich meinen heutigen Freund kennen gelernt. Ohne irgendwelche Hemmungen fing ich an ihm alles, was in mir versteckt war, zu schreiben. Zeigte ihm mein Heiligtum, meine Gedichte. Es tat ganz gut darüber zu reden, machte mir das Leben aber auch schwerer. Vor ihm war mir mein Leben egal. Ich hoffte immer, dass eines Tages beim ritzen die Klinge zu tief ging, doch das tat sie nicht. (Heute bin sich froh darüber) Seit August 01 bin ich mit ihm jetzt glücklich zusammen. Er leidet zwar darunter, dass ich mir die Arme aufritze, aber er hilft mir auch aus der Sache rauszukommen.
 
Zur Zeit versuche ich gerade ernsthaft eine Therapie anzufangen.
Ich will mein Leben in den Griff kriegen und endlich "normal" mit ihm leben können.
Will wissen was wirklich in mir vorgeht.
 
Denn eines weiß ich, es gibt viele wie mich, ich bin nicht alleine, und für alle die denken wie ich, dass wir unsere Erfahrungen dazu nutzen sollten andere zu schützen und zu helfen, die möchten sich folgendes merken:
WER LEBEN SCHÜTZEN WILL, DER DARF SEIN EIGENES NICHT WEGWERFEN.
 
Viel Glück euch allen
euer Zwieback1983
 
geschrieben im Mai 2002 (wann genau weiß ich nicht mehr).
 
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