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Vollkommene Leere

Nightchild, 16 Jahre

Als ich vor ca. 2 ½ Jahren vergewaltigt wurde, ging es immer mehr bergab. Mein bester Kumpel, den ich schon von Geburt an, weil unsre Mamis im selben Krankenzimmer lagen, kannte, starb nur wenige Monate drauf. Auch meine Oma verstarb ungefähr in dem selben Zeitraum. Ich hatte auch immer mehr Probleme mit meinen Eltern, wegen der verschiedensten Sachen. All diese und noch mehr Sachen veränderten mich als Mensch sehr. Ich war eigentlich ein sehr lebensfroher, humorvoller und auch recht glücklicher Mensch, der immer lächelte und auch gern und viel redete. Die ersten Monate redete ich gar nicht, wurde schüchtern und zurückhaltend. Hielt mich nur in meinem verdunkeltem Zimmer auf. Ging nicht mehr zur Schule und auch sonst war mir alles relativ egal. Ich hatte Schmerzen in der Seele... ich fühlte mich so Leer, ich kann es nicht beschreiben. Ich wollte sterben, hab auch mehrere Selbstmordversuche in der Zeit gehabt. Ich hab mich einfach nicht mehr gespürt. Ich fing immer wieder an einfach gegen etwas zu treten, mit der Faust so fest gegen die Wand zu schlagen, bis ich blutete. Irgendwann hab ich dann angefangen mir mit einer Rasierklinge von meinem Vater in die Arme zu schneiden. Es war ein befreiendes Gefühl, das ich immer und immer wieder brauchte. Meine Eltern haben das aber nie mitbekommen, wissen auch bis heute nichts davon. Ich war zwischendurch auch bei einer Psychologin, aber es half nichts. Ich fing ca. 4 Monate später an mich mit Alkohol und kiffen aufzuputschen. Schule und so war auch alles wieder einigermaßen okay. Mit cutten, sowie saufen, rauchen und kiffen konnte ich nie aufhören. Die Probleme mit meinen Eltern stiegen, und sie waren mehrmals kurz davor mich rauszuschmeißen. Erstmal lebte ich so weiter....
 
Es gab nicht wirklich viele Menschen die zu mir standen. Meine damals noch beste Freundin versuchte mich aus dem Dreck rauszuziehen. Hat es auch immer wieder einigermaßen geschafft. Mir ging es besser, ich hab viel Zeit und Gespräche mit ihr gehabt und ich war wieder ein halbwegs normaler Mensch.
 
Meine Eltern konnten mich immer weniger ertragen und akzeptieren. Ich hab mich in der Zeit äußerlich verändert. Fing an immer mehr Metal, Punk, Gothic und Grunge zu hören und habe mich auch dementsprechend äußerlich verändert. Und das konnten sie nicht akzeptieren. Endlose Diskussionen waren da... aber keine einzige brachte und auch nur ein Stück weiter.
 
Einziger Halt war meine beste Freundin. Alles wurde einigermaßen besser. Naja aber irgendwann, bei meinem riesen Glück im Leben, verlor ich nach 7 Jahren Freundschaft auch meine beste Freundin, durch naja... Missverständnis, oder auch fehlendes Vertrauen von ihrer Seite. Es fing alles wieder von vorne an, und wurde noch schlimmer... mittlerweile drücke ich auch Kippen auf meinem Arm aus und so...wird einfach alles um so krasser... mir fehlt die Stütze die ich hatte. Und inzwischen will ich mir auch nicht mehr helfen lassen. Hab einfach Angst wieder hoch zu kommen und dann wieder zu fallen. Aus eigener Kraft schaff ich es im Moment nicht. Dazu ist in den letzten Monaten jetzt wieder zu viel passiert. Mein letzter Selbstmordversuch war vorgestern. Ich trinke, rauche, saufe und ritze täglich und in Mengen... ich bin im Moment dabei die Hoffnung aufzugeben, ich hab keine Freude mehr am Leben, ich weiss seit Monaten keinen andren Ausweg mehr.... und ich fühle nichts als vollkommende Leere....
 
30.06.2002
 
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