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Mein Name ist ...

Lia-Marlen, 17 Jahre

Mein Name ist Lia-Marlen, ich bin inzwischen 17 Jahre alt, doch eigentlich habe ich nur 12 davon wirklich "gelebt".
 
SVV trat in mein Leben als ich 12 war... ich stand am Anfang der Pubertät, eine Zeit in der Aussehen unter den Mädels höchste Priorität genoss, damit war ich abgeschrieben, bzw., nur noch zur Belustigung anderer da. Lia, klein, fett und zu allem Übel auch noch mit pickeliger Gesichtshaut gesegnet, wurde vom einen auf den anderen Tag von ihren "Freunden" geschnitten. Somit begann ich zur Klinge zu greifen (allerdings nahm das Ganze nicht so krasse Ausmaße an). Es konnten ja nicht 24 Leute daran schuld sein; ich suchte die Schuld bei mir. Manche Leute hatten wohl doch meine Naivität erkannt und nutzten mich aus, natürlich bemerkte ich das nicht, war ich doch froh, dass ich den Leuten "Freunde" gefunden hatte. Irgendwann bekam ich das gesteckt, zu der Zeit war ich jedoch schon in der Diätphase, wollte dass mich die Leute alle wieder akzeptieren. Dies konnte meiner Meinung nach nur geschehen, wenn ich ihnen mit weniger Masse begegnete...
 
Wie es nicht anders geschehen sollte, war meine Magersucht- und Klinikkarriere schon besiegelt. Ich hungerte und hungerte mich einem nicht existenten Idealgewicht entgegen, nachher ging es nur noch um Essen oder Sterben, wobei ersteres für mich auch mit Sterben gleichgesetzt war... In der Zeit, in der ich Hungern konnte, griff ich nur selten oder gar nicht zur Klinge, hatte ich doch etwas anderes, besseres gefunden... Als ich jedoch in die Klinik kam, und essen musste, habe ich mich für jeden Bissen bestraft. Auch heute handhabe ich das nicht sehr viel anders, habe ich mal "zuviel" gegessen, also mehr als mein 400-500 kcal-Plan erlaubt, ist der Schnitt beschlossen...
 
Wenn  ich "versagt" habe, oder mich Versagensängste plagen, so ist "sie" ebenfalls immer für mich da... Ob ich dabei etwas fühle? Erleichterung, Abnahme des seelischen Schmerzes, dass ich doch noch lebe und nicht nur eine Hülle auf zwei Beinen, dass ich noch existiere, wie ein Mensch, der ein gewisses Schmerzempfinden hat, auf diese Erde bin... manchmal auch Stärke, dass ich nicht andere in meine Probleme hineinziehe, sondern diese für mich allein lösen kann, nicht auf andere losgehe, wenn ich mit mir oder etwas anderem nicht mehr klarkomme.
 
Ich bin seit fast 2 Jahren in Therapie, zunächst stationär, dann ambulant, und nun nur noch in der Gesprächstherapie... Ich möchte etwas ändern, jedoch hat sich bisher nicht viel geändert, manchmal esse ich, dann wieder tagelang nicht. Das Schneiden ist jedoch inzwischen ein Alltagsritual, wenn es nur einmal passieren würde, wäre dies Grund genug Stolz zu sein, jedoch geschieht es öfter...
 
Auf dem Wege der Besserung werde ich mich erst dann befinden, wenn auch meine Eltern bereit sind, sich selbst auch etwas zu verändern, wenn sie ihre Verhaltensweisen überdenken und ändern würden. Wenn ich öfter Unterstützung bekäme und nicht nur der Kritikempfänger, wenn man mir meine Eigenständigkeit anerkennen würde und nicht alles unter den Teppich kehren würde... Wenn..., dann... ich könnte diese Reihe unendlich weiter führen, möchte hier aber niemanden langweilen... Vielleicht sollte ich das Ganze etwas lockerer sehen, mir nicht so einen Druck machen, denn:
"Wenn Du etwas ändern willst, was man nicht ändern kann, so ändere Deine Einstellung dazu!"
 
22.04.2002
 
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