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Wie der Grossteil der SVV´ler...

Schnuffel, 20 Jahre

Wie der Grossteil der SVV´ler bin auch ich weiblich. Ich bin jetzt 20 und angefangen hat eigentlich alles in der Schulzeit (mit ca. 15) durch Einritzen von Namen mit dem Zirkel oder so. Da hab ich noch gedacht, dass es alles nur Spass ist und konnte auch ganz leicht damit aufhören.
 
Als ich dann 17 war hab ich meine erste grosse Liebe kennengelernt. Wir kannten uns zuvor schon ca. 1 Jahr und waren immer die besten Freunde. Ich habe ihm, mehr oder weniger auf Anraten von einer Freundin, das auch gesagt dass ich mich in ihn verliebt habe. Am Anfang hab ich wirklich noch gedacht, dass wir eine Chance hätten, weil er mir jedesmal wenn wir uns sahen wieder Hoffnungen gemacht hat. Es ging ne ganze Weile so hin und her bis ich es nicht mehr ausgehalten habe und meinen inneren Schmerz einfach wegschneiden wollte. Ich weiss es mag komisch klingen, aber immer (das ist heute auch noch so) wenn ich mich selber verletzte ging es mir danach gut. Ich habe den inneren Schmerz vergessen........nur leider hielt dieses Gefühl nicht sehr lange an, so dass ich immer wieder zur Klinge greifen musste. Das ist bis heute so geblieben...die Gefühle für ihn sind zum Teil noch aufrecht erhalten geblieben, obwohl ich es überhaupt nicht will. Ich ritze wenn ich irgendjemanden mit meinen Worten verletzt habe und mich selber dafür zu bestrafen was ich getan habe.... oder wenn mir jemand weh tut. Wenn ich wirklich richtig unten bin, dann cutte ich eigentlich wegen jeder Kleinigkeit. Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich alles schlechte aus mir rausschneiden will.
 
Bis zum Oktober letzen Jahres hab ich wirklich gedacht, ich bin alleine damit und dann bin ich aber durch Zufall auf die Hp von Rote Tränen gestossen. Dort habe ich zum ersten Mal erfahren, dass ich eigentlich in einer Sucht lebe und wieviele Menschen es gibt die darunter leiden. Ich bin froh dort gelandet zu sein, weil eigentlich sind ja die Betroffenen selber die Einzigsten die einen wirklich voll und ganz verstehen können, obwohl ich es keinem Aussenstehenden verübeln kann wenn er uns nicht versteht. Wie soll er auch, wenn er es nicht selber durchgemacht hat? Letztes Jahr war ich mal 3 Monate "clean" und dieses Jahr fast 2 Monate, aber es gibt immer wieder Momente im Leben, wo ich einfach nicht mehr weiter weiss und dann ritze. Zur Zeit ist diese Phase wieder ziemlich heftig und am Anfang (nach meinem 1. Rückfall) hab ich mir immer Vorwürfe gemacht.... jetzt versuche ich damit umzugehen und sage mir das es dann eben das nächste Mal> klappt. Leider bin ich aber heute nicht soweit es für mich zu machen, sondern ich mache es weil ich bestimmte Leute eben nicht enttäuschen will. Ich weiss selber dass es falsch ist, aber ich sehe zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn warum ich es für mich tun sollte.
 
Von meinen Freunden wissen eigentlich nur wenige über mein SVV, weil ich> schon sehr schlechte Erfahrungen mit den Reaktionen gemacht habe. Die einzige wirklich verständnisvolle habe ich in meiner Schwester gefunden. Das Problem ist nur, dass wir etwas weit auseinander wohnen und sie deshalb nur per I-Net oder Telefon für mich da sein kann. Ich weiss aber, dass ich trotzdem jeder Zeit zu ihr kommen kann wenn es mir schlecht geht.
Mit meinem Freund rede ich so gut wie nicht über mein SVV. Ich habe es schon sooft probiert ihm von meinen Gedanken, Gefühlen oder Gründen zu erzählen.... mal versucht er es zu verstehen und den nächsten Tag setzt er mich unter Druck oder sagt mir dass ich "krank im Kopf bin". Ich glaube das schon selber.....
 
Im Januar hab ich dann auch wieder mit diesem gewissen "Druck" eine Therapie angefangen. Eigentlich wollte ich nicht so richtig, aber dann habe ich mir überlegt, dass es ja eigentlich nur besser werden kann. Mh.... da hab ich wohl aber falsch gedacht. Ich sass die meiste Zeit nur da und hab sie angeschwiegen. Wenn die Thera mir keine Fragen gestellt hätte würden wir jetzt immer noch schweigend dasitzen. Mir fällt es so schon schwer über meine Probleme zu reden......wie soll ich das da erst bei einer mir fremden Person machen? Naja> irgendwie ging es dann doch, aber nach der erst 3. (!!!) Sitzung hat sie mir gesagt, dass ich mein Problem erkannt hätte und es nun selber auf die Reihe zu kriegen habe. Ich meine auf der einen Seite war ich froh, weil ich dann mehr zu ihr hin musste.....sie war mir unsympathisch, aber auf der anderen Seite...wie soll ich mein Problem lösen, wenn ich es seit Jahren nicht gemacht habe?

Irgendwann, wenn ich bereit dazu bin, werde ich sicher wieder eine Therapie anfangen, doch zur  Zeit will ich es einfach nicht. Ich hab das Gefühl, dass mir dort sowieso nicht geholfen werden kann.  Dann muss es aber diesmal von mir ausgehen und nicht wieder unter Druck geschehen.
 
Von allen Angehörigen  wünsche ich mir mehr Verständnis für unsere Situation. Wir haben uns das alle nicht freiwillig ausgesucht und es hilft uns nicht, wenn ihr uns noch mehr mit Vorwürfen quält oder uns unter Druck setzt.
 
06.04.2002
 

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